Wer zeigt die UFC ab 2018 im US TV? Eine Bestandsaufnahme von Riky MMA

Die UFC Übertragungsrechte werden neu verhandelt. WME, Eigentümer der größten MMA Promotion der Welt, will und muss an die fetten Geldtöpfe der US Broadcaster. Doch wer hat wirklich Interesse an der UFC? Eine Bestandsaufnahme von Riky MMA.

Wer zeigt ab 2018 die UFC im US TV? Eine Bestandsaufnahme von Riky MMA

 

2018 läuft der UFC und FOX TV Deal aus. Die Verhandlungen über einen neuen Deal zwischen der UFC und FOX, laufen bereits seit dem 1. Juli.
FOX hat bis 30.September ein exklusives Vorverhandlungsrecht, ab 1.Oktober dürfen auch andere Interessenten in den Übertragungsrechte-Poker mit einsteigen.
Fest steht schon jetzt, WME will deutlich mehr Geld für die UFC Übertragungsrechte aushandeln. Bis jetzt bezahlt FOX jährlich gerade mal 115 Millionen Dollar. Zum Vergleich, die NFL kassiert von FOX, NBC und CBS 3 Milliarden Dollar im Jahr, für gerade mal 60% der Übertragungsrechte.
Natürlich ist die UFC ein deutlich kleinerer Player auf dem TV-Rechte-Markt, dennoch hofft man darauf die Einnahmen zu vervierfachen.
2016 ließ Zuffa, damals noch unter der Führung der Fertitta’s, prüfen welche Summe die UFC Übertragungsrechte 2018 erzielen könnten. Ermittelt wurden 415 Millionen Dollar. Obwohl viele Kenner der Szene diese Summe für völlig überzogen halten, war sie Hauptbestandteil bei den Verkaufsverhandlungen zwischen WME und den Fertitta’s im letzten Jahr. Dementsprechend wichtig ist es jetzt auch, dass eine ähnlich hohe Summe für die Rechte ausgehandelt werden kann. Gelingt das nicht, muss sich WME ernsthaft Gedanken machen, ob man die UFC nicht zu völlig unrealistischen Konditionen erworben hat.
Um die gewünschten 400 Millionen zu erzielen braucht es mindestens zwei Interessenten die sich gegenseitig überbieten. Die Frage ist nur, wer hat Interesse an der UFC?
FOX will definitiv weiterhin die UFC übertragen. Die UFC ist zum festen Bestandteil von FS1 und FS2 geworden. 2016 zeigte FS1 mehr als 1300 Sendeminuten UFC Kämpfe. Durchschnittlich erreicht man 948.000 Zuschauer. Die PPV Prelims lagen 2016 im Schnitt bei 1.1 Millionen Zuschauern. Die UFC belegte 2016 34% der Primetime Slots auf FS1. Dazu kommen 24% bei FS2. Die UFC ist also fester Bestandteil bei FS.
Dennoch gibt es ein paar Punkte, die bei den neuen Verhandlungen zum Streitthema werden könnten.
Anzuführen wäre da zum Beispiel der UFC Fight Pass. FOX wäre es lieber, wenn die UFC weniger Fight Pass Exklusiv-Content anbieten würde. Der Fight Pass wird als Konkurrenz für FS1 und FS2 angesehen. FOX würde es auch gutheißen, wenn es weniger UFC PPVs gäbe. Mehr und bessere Cards für FOX dürfte eine Forderung des Networks sein.
Damit FOX in Zukunft mehr als 115 Millionen Dollar für die UFC Übertragungsrechte bezahlen kann, braucht man natürlich auch lukrativ Werbedeals. Auch wenn die UFC in den letzten Jahren ihr schlechtes Image deutlich verbessern konnte, gibt es immer noch Unternehmen, die sich vertraglich zusichern lassen, dass ihre Werbung während UFC Events nicht ausgestrahlt werden darf. Allen voran Ford. Obwohl Ford einer der besten FOX Kunden ist, weigert sich der Autohersteller strikt gegen Werbung während UFC Shows. Das hat zur Folge, dass man auf weniger potente Unternehmen zurückgreifen muss. Man kann davon ausgehen, dass die “zweite Garde” sich darüber im klaren ist und versucht den Preis auch noch etwas zu drücken.
Dennoch scheint FOX die Nase im Übertragungsrechte-Rennen vorn zu haben und das obwohl beide Seiten sich mehr von der Zusammenarbeit erhofft hatten. Die UFC ging sogar davon aus, dass sich mit dem FOX Deal ihr Rating verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen würde. Es ging zwar Berg auf, 2016 war das beste Jahr in der FOX und UFC Historie, von verdoppeln ist man aber weit entfernt.
Bleibt die Frage, wer ist bereit mehr als FOX für die UFC zu bezahlen?
Zwei große Player haben sich bereits mehr oder weniger verabschiedet. CBS wird nach Insider Informationen definitiv nicht mitbieten und ESPN scheint auch nicht all zu heiß auf die UFC zu sein. Ein hohes Gebot von ESPN wäre für viele “Experten” eine große Überraschung.
Wer bleibt dann noch übrig? Turner und NBC Sports werden wohl mitbieten. Turner wird allerdings nicht bereit sein, nur annähernd 400 Millionen Dollar zu bieten. Auch NBC Sports wird sich genau überlegen wieviel ihnen die UFC wert wäre.
Die großen Broadcaster lecken sich also nicht gerade die Finger nach der UFC. Außer FOX sieht kein Sender die Notwendigkeit, die UFC im Portfolio zu haben. Ein Wettbieten, wird es vermutlich nicht geben und somit wird es auch nahezu unmöglich sein, an die gewünschten 400 Millionen + zu kommen.
Eine interessante Entwicklung gibt es dennoch. Es gibt 3 Interessenten die bislang keiner so richtig auf dem Schirm hatte. Amazon, Facebook und Verizon führen seit einiger Zeit auch Gespräche mit der UFC. Gut möglich, dass Amazon weiter versucht auf dem Sport-Übertragungsrechte-Markt fuss zu fassen. Zuletzt konnte sich Amazon Rechte an der NBA und der NFL sichern. Genügend Geld dürfte auch vorhanden sein.
Eine weitere Option ist, dass die UFC die Rechte an mehrere Bieter verteilt. Wie das genau aussehen könnte ist schwer vorherzusagen. Im schlimmsten Fall, laufen die Early Prelims auf dem Fight Pass, die Prelims auf Amazon und die Main Card auf FS1. Die Woche darauf laufen die Early Prelims auf Facebook, die Prelims auf NBC Sports und die Main Card gibt’s als PPV. Die meisten Fans in den Saaten werden vermutlich hoffen, dass alles so bleibt wie es ist. Ob der neue TV Deal Auswirkungen für die deutschen Fans hat, weiss ich nicht. Für uns deutsche Fans, kann es eigentlich nicht mehr schlechter werden. RanFighting hat auch es geschafft, selbst den letzten, halbwegs interessierten Fan zu vergraulen. Hoffnung macht da nur, das neue Engagement von Sky.

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